Ab 22.10.2016 berichten wir täglich über unsere Reise nach Bogotá. Begleiten Sie uns an die vier Standorte und lesen Sie hier täglich über unsere Eindrücke - mit Fotos und Videos.
Wir haben den Film mit den lebendigen, farbenfrohen und anspruchsvollen Vorführungen aus Monterredondo bekommen, von den Kleinsten im Kindergarten bis zu den 6. Klassen tragen alle etwas zum Festival mit Musik und Tanz bei. Leider ist das Internet heute hier so langsam in unserer Ferienwohnung, dass ich es auch nach zwei Stunden nicht schaffe, es hochzuladen. Das mache ich dann Zuhause. Versprochen.
Dann habe ich ja noch kurz Zeit von der kleinen Krankenstation in Cazucá zu berichten, die Schwester Johann Baptist als Ärztin mit fast 85 Jahren immer noch betreibt. Sie betet jeden Tag dafür, gesund zu bleiben, damit sie für die Menschen im Viertel da sein kann, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Sie kann nur einfache Untersuchungen in dem schlichten Behandlungszimmer vornehmen, abhören, Blutdruck messen, wiegen und gut zuhören. Das sagt sie, sei oft das Wichtigste und dann verteilt sie die gespendeten Medikamente, die sie akribisch in ihr kleines Medikamentenlager einsortiert hat. 2.000 Pesos muss hier jeder Patient bezahlen, das sind umgerechnet 45 Cent, damit die Leistung auch wertgeschätzt wird. Ein Patient hat auch einmal gesagt: "Ich bezahle damit auch für Ihre Güte", erzählt sie uns und lacht so einnehmend. Ihr rheinischer Humor ist wunderbar und hilft sicher auch bei ihrer schweren Arbeit. Wir hängen an ihren Lippen, wenn sie uns von zahlreichen dramatischen und erfolgreichen Einsätzen ihrer langen Laufbahn als Ärztin in Kolumbien berichtet. Im Guerillagebiet geschmuggelt im Kofferraum, in entlegenen Bergdörfern, die nur mit Maultier erreichbar waren oder bei der Versorgung zahlreicher Schussverletzungen und Geburten. Das Datum ihrer ersten Geburt weiß sie dann auch noch ganz genau, den Namen und die weitere Familienentwicklung sowieso. Sie nimmt Anteil am Leben der Menschen, sie liebt die Menschen und diese sie auch.
"Dieser Ort schenkt den betreuten Kindern und Jugendlichen ganz viel Lebensfreude und ist damit ein wertvoller Beitrag im von Drogen und Gewalt geprägten Umfeld.
Eine Insel, die Hoffnung schenkt." Birgitt, ehemalige Missionarin in Kolumbien
3. Tag: Cazucá, Hort von der 2.-11. Klasse und Kindergarten von 2-5 Jahren
Der Kleinbus schaukelt immer kräftiger auf der unbefestigten Straße mit den großen Schlaglöchern und Pfützen hin und her, die Berge an herumliegendem Müll nehmen zu, Häuser und Hütten werden immer einfacher und baufälliger und der offene Abwasserkanal "aqua negra", schwarzes Wasser, fließt neben der Straße . Dann erreichen wir den Kindergarten und Hort in Cazucá, dem von großer Armut geprägten Viertel im Süden von Bogotá.
2. Tag in Belen , Hogar Infantil Los Pinos, Kindergarten ab 6 Monate, und Centro Sagrado Corazon, Grundschule bis zur 5. Klasse
Kaum betreten wir den ersten Gruppenraum der Kita, wird noch schnell ein Blick mit der Erzieherin gewechselt und dann stürmen die Kleinen überfallartig auf uns zu, umarmen uns und wollen fest umarmt werden. Vorallem Peter steht hoch im Kurs. "Viele Kinder haben keinen Vater mehr" erklärt uns Schwester Maria del Rocio, wollen auf den Arm genommen werden und schmiegen sich an ihn. Über 30 Kinder sind in der Gruppe der 4-5 Jährigen mit zwei Erzieherinnen.
1. Tag : Instituto Clara Fey, Gymnasium, Grundschule und Kindergarten in Bosa
Wir sind kaum aus dem Auto ausgestiegen, da laufen schon die ersten Kinder auf uns zu, erst grüßen sie nur mit einem schüchternen "Hola" (Hallo), doch nachdem wir freundlich zurückgrüßen, fällt die Scheu und sie umarmen uns herzlich und das können wir ja auch gut- auch ohne viele Spanischkenntnisse. Wir sind angekommen und dieses gewinnende Lachen und diese Warmherzigkeit vereinnahmt uns sofort wieder. So hatten wir das in Erinnerung.
Der Dreck, die hohe Luftverschmutzung, die Armut, die tagtägliche Gewalt in den Familien und die hohen Mordzahlen in diesem Stadtteil scheinen hinter den hohen Eisentoren der Schule keine Rolle zu spielen. Das ist ein Paradies für die Kinder, hier werden sie liebevoll umsorgt und können lernen für eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut.
Ab 04. November berichten wir wieder von unseren Besuchen in den vier Standorten in Bogotá. Es wird spannend sein zu sehen, was die Spendengelder der letzten Jahre bewirkt haben, was die Schülerinnen und Schüler bewegt und ob wir noch Lehrerinnen und Orte wiedererkennen- und was das alles emotional mit uns macht.
Wir freuen uns Sie und Euch mitzunehmen, es gibt wieder viele Fotos und Eindrücke aus Kolumbien. Gerne teilen.
Liebe.Bildung.Zukunft. ist das Motto unseres Kinderhilfswerks und wir sind hier her gefahren, um zu sehen, wie es umgesetzt wird. Als ich vor eineinhalb Jahren den Vorsitz des Kinderhilfswerks Bogotá übernommen und mir diesen Slogan überlegt habe, wusste ich noch so wenig über die Einrichtungen und die fordernde und unermüdliche Arbeit der Schwestern und ihres ganzen Teams in den Schulen und Kindergärten hier in Bogotá. Man könnte es nicht besser beschreiben:
(Leider heute wegen zu schlechter Internetanbindung ohne Bilder)
LIEBE
Vor allem die Schwestern, aber auch das ganze Team begegnen den Kindern zu jeder Gelegenheit unheimlich liebevoll. Sie alle zeigen den Kindern, dass sie geliebt werden und liebenswert sind. Und stärken auch so das Selbstwertgefühl dieser jungen Menschen.
Das erste Stück der Hauptstraße in diesem Stadtteil ist seit vier Wochen geteert, jetzt gibt es auch Straßennamen, Nebenstraßen sind hier Pfade, die nur neben den Furchen, die der starke Regen in die steilen Hänge gerissen hat, zu besteigen sind. Klar, es ist besser geworden. Vor 11 Jahren, als dieser Standort gebaut wurde, gab es nur Hütten aus Wellblech und Pappe. Heute sind es Wellblech, Pappe und Stein. Die Armut ist hier so offensichtlich, kein Bild kann das wiedergeben. Die Stimmung hinter dem Zaun ist auch schön, zwar alles staubig, aber das Gebäude ist neu und funktional und wurde von Stiftungen aus Deutschland erbaut und die ersten fünf Jahre auch unterhalten. Es gibt einen Kindergarten mit 102 Kindern und drei Erzieherinnen und einen Hort mit 200 Kindern, die zur Hälfte vormittags bzw. nachmittags vor bzw. nach der Schule kommen.
Heute haben wir zuerst einen Abstecher in die Schule St. Clara ganz in der Nähe gemacht. Diese Schule unterstützen wir zwar nicht, aber mit einem Teil des Schulgelds werden die anderen Standorte in den Armenvierteln querfinanziert. Soziale Verantwortung wird hier ganz groß geschrieben.
Danach sind wir 45 Min. nach Bosa gefahren. Nach dem dichten Verkehr, der dreckigen Luft, den staubigen Straßen und vielen unfertigen armen Häusern sind wir hier hinter hohen Mauern auf diese Oase gestoßen. Es wie im Film, du fährst durch dieses riesige Stahltor und es eröffnet sich eine ganz andere Welt, es ist grün, es blüht, es ist wahnsinnig sauber, es gibt viel Platz und man fühlt sich frei und sicher. Ein krasser Gegensatz. Wir fragen uns, wie es den Kindern damit geht.
Heute hatten wir wieder einen sehr erlebnisreichen zweiten Tag in Monterredondo, nachdem wir gestern Abend schon um kurz nach acht in unsere Gästezimmer gehen mussten. Die Zimmer sind mit Stahltüren und vergitterten Fenstern versehen und erinnern uns an eine Gefängniszelle. Und dass dann die scharfen Hunde zur Bewachung der Kinder und der Schule freigelassen werden, machen uns deutlich, dass das Leben hier doch gefährlich ist. Obwohl die vielen tropischen Blumen, die zahlreichen lachenden Kinder und der liebevolle Umgang miteinander eine friedvolle Atmosphäre erzeugen.
Heute sind wir zwei Stunden durch den armen Süden von Bogotá nach Monterredondo gefahren. Hier gibt es einen Kindergarten, eine Schule bis zur neunten Klasse und ein Mädcheninternat mit 23 Kindern zwischen 5 und 15 Jahren. Ganz anders als gestern sind wir hier in einige Klassen der Mittelschule gegangen und haben uns mit den Schülern und Schülerinnen unterhalten, soweit das unsere Spanisch- und ihre Englischkenntnisse zulassen. Vor allem war der Kontakt geprägt von vielen Umarmungen, herzlichem Lachen, gemeinsamem Singen und am Ende noch einem fröhlichen Volleyballspiel. Gut, dass Peter so viele Fussballspieler kennt, dass Martin über uns erzählen kann, dass Andrea Englischvokabeln aufschreibt und alle Selfis machen können.
Das Internet läßt heute nicht mehr zu, ich bin froh, dass das jetzt doch noch geklappt hat und verabschiede mich heute mit einem fröhlichen spanischen Lied, das ihr jetzt virtuell hören könnt...
Um 9 Uhr wurden wir mit dem Auto abgeholt und haben nach 30 Min. den Standort in Belen erreicht. Hier unterhalten die Schwestern einen Hort für Kinder ab 6 Monaten, einen Kindergarten und eine Grundschule für Mädchen. Ja, hier sieht es nicht mehr touristisch aus und wir freuen uns, in der Obhut von Schwester Martha zu sein.
Und es ist so gekommen, wie Martin und Andrea vermutet haben, wir sind mit farbenfrohen, tollen Vorführungen aller Altersstufen in der Aula empfangen worden. Fast zwei Stunden sind wir bestens unterhalten worden, vom Kindergarten bis zur 5. Klassen haben alle einen Tanz eingeübt und dann haben auch wir uns auch spontan hingestellt und etwas gemeinsam mit den Kindern gesungen, Bruder Jakob geht ja in vielen Sprachen.
Heute haben wir einen Rundgang durch Bogotás Innenstadt gemacht und einen ersten Eindruck von der größten kolumbianischen Stadt bekommen.
"Keine Wertsachen mitnehmen, Taschen und Kameras unter der Jacke halten und nur das nötigste Geld einstecken", hat uns unser Stadtführer gleich morgens gebrieft. Gestartet sind wir auf dem Hausberg Montserrat (3.200m, die man bei jedem Schritt merkt) und seiner Pilgerkirche, und haben einen guten Überblick über das gar nicht enden wollende Stadtgebiet bekommen. Laut unserem Stadtführer Andreas Buchmann sind es mittlerweile 10 Mio. Einwohner und es ziehen jährlich 300.000 vom Lande dazu, denn in Bogotá sind die Chancen groß, eine Arbeit zu bekommen. Das Nord-Süd-Gefälle ist extrem, im Norden werden noble neue Stadtteile für die Oberschicht entwickelt und im Süden wachsen die Armenviertel immer weiter in die Berge hinein. "Wer die Armut auf den Straßen nicht ertragen kann, kann hier nicht leben, denn du kannst ja nicht jedem helfen" erläutert uns Andreas die Situation hier. Insbesondere nachdem die Bronx, der ärmste Stadtteil in der Innenstadt, geräumt wurde, bestimmen mehr sehr arme Menschen das Stadtbild.
Heute haben wir die Stadt allein erkundet und eine sehr lebendige Stadt erlebt, Sonntag eben, ein Familientag hier in Kolumbien, an dem alle unterwegs sind. Der Eintritt ins Goldmuseum ist sonntags frei, damit alle diesen nationalen Schatz sehen können.
Was uns aufgefallen ist: Der Kirchenbesuch mit Hund oder Fahrrad, 30 km Straßen in der Innenstadt werden zum Fahrradweg, später dann zur Fußgängerzone mit Händlern und Straßenkünstlern, viele junge Familien , buntes, fröhliches Treiben - und dann Menschen, die direkt aus den Abfalleimern ihre Mahlzeiten zu sich nehmen.
Wir sind in der Wirklichkeit Bogotás angekommen!

Mittlerweile haben wir uns schon ein wenig auf Kolumbien eingestellt und sind entschleunigt. Sehr freundliche, offene Menschen, faszinierende Natur und viel Armut. Wir haben schon viel erlebt und gelernt über Kolumbien. Man kommt schnell mit den Menschen ins Gespräch. Nun sind wir gespannt, wie die Hauptstadt Bogotá so tickt und wie wir mit dem Leben auf 2.600 m Höhe klar kommen. Erstmal ganz langsam angehen....
Zur Stärkung gab’s noch Hilfe von "ganz oben": Kaplan Weber spendete den Reisesegen!
Mitbringsel besorgt, Reiseapotheke gepackt, Pass eingesteckt und Kinder instruiert. Wir sind startklar und freuen uns auf eine erlebnisreiche Zeit in Kolumbien. Vor uns liegt jetzt erstmal eine Woche Urlaub an der Küste bevor wir nächste Woche nach Bogotá reisen. Dann berichten wir täglich aus den Schulen, Kindergärten und Sozialstationen in den Armenvierteln dieser 7 Mio. Metropole.
Heute hatte ich das Glück mit Julius Etourno in Bogotá zu skypen. Er ist schon seit Juli in Bogotá und nutzt seine freie Zeit in seinem Auslandssemester , um in den Einrichtungen in Belen und Cazuca mitzuhelfen. Unsere engagierten Vereinsmitglieder haben den Kontakt zu den Schwestern in Bogotá hergestellt, als er seinen Aufenthalt in Kolumbien geplant hat.
Es war schön von seinen Erfahrungen zu hören und wir freuen uns, ihn in Bogotá persönlich zu treffen, wo er in unserer Nachbarschaft wohnt. Dann übergeben wir ihm auch das Carepaket von Pfarrer Wellenbrook aus seiner Heimatpfarrei Katharina von Sienna in Hamburg-Langhorn.
Vor 25 Jahren waren Andrea und Dr. Martin Reck schon bei den Schwestern in Bogotá und haben einige Einrichtungen kennengelernt. Als Paten und Vereinsmitglieder sind sie ganz gespannt zu sehen, was sich seither verändert hat, wo die Hilfe des Kinderhilfswerks eingesetzt wird und wo noch weiter Unterstützung notwendig ist.
