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Eigentlich wären wir heute nach Monterredondo in die Schule und den Kindergarten gefahren. Wir hatten uns schon sehr darauf gefreut – auf die Kinder, die Lehrerinnen und Lehrer, die Schwestern, die Aufführungen zum Schuljahresende und die wunderschöne tropische Landschaft. Auch wenn die Übernachtung dort hinter hohen Mauern und sicheren Stahltüren mit Bewachung durch scharfe Hunde ein mulmiges Gefühl vor neun Jahren hinterlassen hatte. Doch die Straße ist wegen eines Erdrutsches seit Tagen teilgesperrt, die 100 km lange Anreise hätte mit dem chaotischen Verkehr ewig gedauert. Also mussten wir schweren Herzens verzichten.
Die große Landstraße im Südosten von Bogotá führt durch ein schmales Tal und ist immer wieder von Erdrutschen betroffen und die Häufigkeit nimmt zu. Vor zwei Jahren sind dabei sogar zwei Schülerinnen umgekommen, als ihr Elternhaus ins Tal gerissen wurde. Trotz all dieser Schwierigkeiten bei der Anfahrt zur Schule, lassen die Lehrerinnen und Lehrer in Monterredondo, nie Unterricht ausfallen, was in Kolumbien wirklich ungewöhnlich ist. Das Land kämpft mit hohem Stundenausfall an den staatlichen Schulen und das wirkt sich erheblich auf das Bildungsniveau aus. Nicht so in Monte, wie Monterredondo liebevoll genannt wird. Das Team dort ist unglaublich engagiert und arbeitet mit so viel Herz für die Kinder.
Besonders schön ist zu sehen, wie erfolgreich die Arbeit ist. Trotz der Armut und vieler Lebenswidrigkeiten entstehen dort echte Erfolgsgeschichten: Ein ehemaliger Schüler aus einer einfachen Bauernfamilie ist heute Bürgermeister im größeren Nachbarort Guayabetal mit 14.000 Einwohnern- und natürlich schickt er seinen Sohn auf die Schule nach Monterredondo und ist den Schwestern immer noch sehr dankbar für ihre Unterstützung und Förderung. Alle Spenderinnen und Spender machen solche Erfolgsgeschichten möglich. Vielen DANK!
Wir bekommen morgen einen Film von der Aufführung, die wir eigentlich live gesehen hätten. Zum Schuljahresende gibt es immer ein Musik- und Tanzfestival, bei dem jede Klasse etwas vorführt. Sobald der Film da ist, stelle ich ihn hier ein – als kleinen Trost und schönen Abschluss.
Natürlich habe ich die Zeit heute auch noch sinnvoll genutzt und mich nochmal ausführlich mit Schwester Clara Teresa ausgetauscht. Sie ist für die Finanzen der Schulen zuständig. Eigentlich eine zwar zurückhaltende aber fröhliche jüngere Schwester. Aber heute offensichtlich so überlastet, dass wir uns Sorgen gemacht haben. Nur ein Stück vom leckeren Apfelkuchen, hat sie kurz lächeln lassen. Die finanzielle Lage an einer von uns nicht unterstützten Schule ist so kritisch, dass über eine Schliessung nachgedacht wird. Der Geburtenrückgang ist überall zu merken in Kolumbien, auch an den zurückgehenden Anmeldezahlen für diese Schule. Gleichzeitig steigen staatlich festgelegt die Lehrergehälter. Eine schwierige Situation für alle Beteiligten.
"Wir wollen den Armen helfen, wenn diese Schule im bessergestellten Faca sich nicht selber trägt, müssen wir sie schweren Herzens schließen."


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