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Ein Traum wird wahr

1. Tag : Instituto Clara Fey, Gymnasium, Grundschule und Kindergarten in Bosa

 

Wir sind kaum aus dem Auto ausgestiegen, da laufen schon die ersten Kinder auf uns zu, erst grüßen sie nur mit einem schüchternen "Hola" (Hallo),  doch nachdem wir freundlich zurückgrüßen, fällt die Scheu und sie umarmen uns herzlich und das können wir ja auch gut- auch ohne viele Spanischkenntnisse. Wir sind angekommen und dieses gewinnende Lachen und diese Warmherzigkeit vereinnahmt uns sofort wieder. So hatten wir das in Erinnerung. 

 

Der Dreck, die hohe Luftverschmutzung, die Armut, die tagtägliche Gewalt in den Familien und die hohen Mordzahlen in diesem Stadtteil scheinen hinter den hohen Eisentoren der Schule keine Rolle zu spielen. Das ist ein Paradies für die Kinder, hier werden sie liebevoll umsorgt und können lernen für eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut. 

 

Und dann sehen wir den Laster mit den Bodenplatten für den neuen Sportplatzbelag auf dem Schulhof stehen. Gern hätten wir beobachtet, wie abgeladen und aufgebaut wird, doch wir haben ein volles Programm. "Gabi, kommst du! " wird uns heute durch den Tag begleiten.

 

Zum Schuljahresabschluss gibt es immer einen Projekttag, an dem die höheren Klassen zeigen, was sie gelernt haben. Morgens um 7 kommen die Eltern vor der Arbeit in die Schule und am Vormittag gibt es kleine Lerneinheiten für die jüngeren Klassen. In Bosa machen die Mädchen zwei Abschlüsse: Abitur und eine Ausbildung im Bereich Textildesign/Schneiderei oder Kochen. Die Abschlussprüfungen vor der Handwerkskammer waren letzte Woche und uns wurden die Ergebnisse vorgestellt, Wir haben uns an 7 Essensstände durchprobiert und die ideenreichen Konzepte hinter den Gerichten kennengelernt, von gesundheitsbewusster Ernährung für Menschen mit Herzerkrankungen bis zu  traditioneller kolumbianischer Küche neu interpretiert. Alles lecker und Kostproben gab es auch noch zum Mitnehmen- unser Abendessen war gesichert.

 

Mit den Drittklässlern haben wir die sieben Arten des Knopfannähens gelernt und Erstversuche an den professionellen Singer Nähmaschinen gemacht. Als nächstes ging es in den Computerraum mit Experimenten mit elektronischen Bauteilen, eine automatische Mülldeckelöffnung mit Programmierung des Mikroprozessors und eine Beregnungsanlage.

 

Die Abschlussarbeiten der Textildesignerinnen haben uns mit ihrer Kreativität, der Materialvielfalt und den Konzeptideen für eine mögliche Selbstständigkeit beeindruckt, Inspirationen von Chanel, Monet und Marie Antoinette waren erkennbar. Alle mussten eine Homepage oder einen Instagram Auftritt erstellen und wir haben alle geliked.

 

Es ist toll zu sehen, wie viel Verantwortung die älteren Schülerinnen hier übernehmen, Schulstunden gestalten, Projekte durchführen und die Werte von Zusammenhalt, Respekt und Zuverlässigkeit aktiv vorleben.

 

Und dann gab es eine große Überraschung, die Abschlussklasse hat uns als Dankeschön mit einem Drei-Gänge-Menü bekocht und als krönenden Abschluss noch stolz eine Torte überreicht.

 

Jetzt war endlich Zeit, den neuen Sportplatz anzusehen. Er ist unser aktuelles Spendenprojekt.

Die Sportlehrerin Paula hatte Tränen in den Augen vor Glück, als sie den fast fertigen bunten Sportplatzbelag sieht "Ein Traum wird wahr, ich bedanke mich herzlich im Namen aller Mädchen und Jungen von Clara Fey". Endlich können die Kinder wieder gefahrlos Sport machen, der 50 Jahre alte brüchige Betonbelag ist Vergangenheit. Alle Lehrerinnen und Schwestern strahlen und die Neuigkeit verbreitet sich wie ein Strohfeuer über alle Standorte. Auf dem Heimweg im Auto erreichen Schwester Maria del Rocio, die Provinzoberin, die Chefin der ganzen Schulen, per Whats App schon die ersten Glückwünsche. Es ist wohl wirklich ein Meilenstein, den Ihre und Eure Spenden hier möglich machen. Nun können sich die 700 Kinder austoben und gezielt bewegen, um Aggressionen abzubauen und besser zu lernen, eine Sporthalle gibt es nicht und öffentliche Sportplätze sind zu gefahrlich. Vielen Dank allen, die dazu beitragen!

 

Die vielen Eindrücke sind überwältigend und ich könnte noch viel länger schreiben von Einzelschicksalen der Kinder und Besichtigung von erfolgreich umgesetzten Spendenprojekten der letzten Jahre, aber es ist spät und morgen geht es nach Belen, da werden schon Kinder ab 6 Monaten in der Krippe betreut, da will ich fit sein zum Füttern und Spielen.

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang K. (Donnerstag, 06 November 2025 00:27)

    Es ist schön zu erfahren was Spenden bewirken können .